Mind, Soul
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Der Schornsteinfeger und die Achtsamkeit

Was sagt der Schornsteinfeger wenn er über einen Zebrastreifen geht?

Jetzt sieht man mich … jetzt nicht. Jetzt sieht man mich … jetzt nicht.

Diesen Witz erzählte mir meine Tochter vor ein paar Tagen und ich fand ihn sehr passend als Anekdote, als Beginn einer meiner nächsten Mini-Mindfulness-Sessions. Jeden Morgen, Montag bis Freitag, 6:45 Uhr, biete ich interessierten Instagram-Peoples, 5-10min Inspiration, Mindfulness, die Möglichkeit achtsam mit mir in den Tag zu starten. Jeden Morgen klingelt nun mein Wecker nicht nur für mich und meine Kids, sondern ich stehe auch für diese feine Runde morgens auf. Atme durch, erde mich, entspanne mich und mach mich bereit für diese kleine süße Reise. Außer am Donnerstag, da hab ich verschlafen. Als ich müde nach meinem Telefon greife ist es bereits 7:10 Uh und ich denke: „Mist! Verschlafen?!“ Wie konnte das passieren? Ausgerechnet mir? Die warten doch auf mich.

Ja, wie konnte das passieren? Ganz profan: Ich hatte den Wecker ausgeschaltet und vergessen ihn wieder zu aktivieren. Passiert. Auch mir. Nicht sehr achtsam, aber passiert. Auch mir.

Und was hat das jetzt mit dem Schornsteinfeger zu tun?

Zwei Dinge:

1 . Er gilt als Symbol für Glück … und ist doch “nur“ ein Mensch. So wie wir alle. Er ist wie er ist. Und ja, vielleicht glauben Menschen so sehr an das Glück, welches ihnen durch sein Erscheinen geschenkt wird. Doch kam es wirklich von ihm? Durch ihn? Oder haben sie sich selbst erlaubt dieses Glück zu erschaffen? Er war vielleicht ein Auslöser, ein Impuls, aber doch „nur“ da. Nicht mehr und nicht weniger.

Ähnlich geht es mir als Mindfulness Mentorin auch manchmal. Ja, ich will helfen, Entspannung schenken, Inspirieren und Wissen vermitteln. Wissen, welches einerseits uralt ist, doch meines Erachtens noch viel zu wenig präsent ist in unserer Welt. Ich möchte die Menschen ermächtigen. Sie in ihren Körper und in ihre Kraft führen. Doch wie klein sind meine Möglichkeiten und wie groß die Hürden, Ausreden, aber auch die Möglichkeiten und Kraft jedes Einzelnen. Ich bin auch „nur“ ein Mensch. Single Mom of two. Bei uns ist immer viel los und es gibt Tage, da gehe ich müde mit den Kindern ins Bett. Auch ich habe noch viel zu lernen, übe jeden Tag Achtsamkeit, Selbstliebe und Vertrauen … so wie Du. Auch ich stelle mich jeden Tag den Herausforderungen unserer Zeit. Oder dem zu wenig an Zeit. Darüber kann ich berichten, meine Methoden vermitteln, aber „machen“ musst Du dann schließlich selber – achtsam sein … für Deinen Weg. Sprich: Jeder ist seines eignen Glückes Schmied.

2. Man sieht ihn … man sieht ihn nicht, den Schornsteinfeger und doch ist er immer da. Auch wenn er nicht zu sehen ist. Genauso ist das mit Achtsamkeit und Meditation. Es ist ein Zustand, ein Gewahrsein. „Sie sind bereits all das, was sie zu erlangen hoffen, keine Willensanstrengung ist nötig – nicht einmal eine, die den Geist zum Atem zurückbringt-, und nichts kann erlangt werden. Sie sind es bereist. Es ist bereist hier. Hier ist bereits überall, und jetzt ist bereits immer.“, so beschreibt es Jon Kabat-Zinn in seinem Buch „Zur Besinnung kommen“.

Der Schornsteinfeger ist immer da, auch wenn er glaubt, mal mehr und mal weniger sichtbar zu sein. So bist auch Du im Grunde genommen immer achtsam, nur die Qualität ist meist sehr schwankend. Also üben wir das morgens gemeinsam: Bewusstsein zu erwecken, die Sinne zu schärfen und damit auch dein ganzes Leben bewusster zu gestalten – zum Höchsten und Besten für alle. Jeden Tag. Jeden Tag ein bisschen. Beim Essenkochen, Wäscheaufhängen, Autofahren, Schreiben, Lesen, Reden und Zuhören. Immer. So lange Du bist, hast Du die Chance bewusst zu sein, achtsam, die Qualität Deines Gewahrseins zu verbessern.

Sei gut zu Dir, wenn es auch bei Dir gerade chaotisch zugeht. Sei Dir bewusst, Du wirst gesehen, auch wenn Du das vielleicht gerade selbst nicht merkst. Vertraue, dem Leben, der Weisheit in Dir und wie immer: Denke in Möglichkeiten!

Alles Liebe, Tina

 

 

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